 | Welche Rolle haben Online-Moderatorinnen/-Moderatoren und Online-Coaches? Online haben Lehrpersonen eine andere Rolle als im Präsenzunterricht. Der Anteil der darbietenden Aktivitäten ist während einer Online-Lernphase geringer, dafür muss mehr Zeit in die Lernbegleitung und das Coaching investiert werden. Dass ein Kommunikationswerkzeug bereitgestellt und eine geeignete Aufgabe gegeben wird, heisst noch nicht, dass sinnvoll online kommuniziert wird. Die Lehrperson gibt neben dem Arbeitsumfang auch den erwarteten zeitlichen Aufwand vor. Hier können neben Arbeitsbeginn und dem Abgabedatum zusätzliche Standortbestimmungszeitpunkte, sogenannte Meilensteine vorgegeben werden. Online-Lerngruppen benötigen Unterstützung in vier Dimensionen.
Soziale bzw. motivierende Rolle Inhaltliche bzw. didaktische Rolle  | Auf Wissensressourcen verweisen: Nicht jede inhaltliche Frage oder inhaltliche Unklarheit muss sofort vom Coach beantwortet werden. Im Internet gibt es vielfältige Wissensressourcen, auf die verwiesen werden kann. Bei Online-Kommunikation liegen sie nur einen Mausklick entfernt (z.B. www.wikipedia.org). |  | Fragen stellen, statt Antworten geben: Nicht auf jede inhaltliche Frage muss unmittelbar eine Antwort folgen. Lehrpersonen können differenzierende Rückfragen stellen, so dass Lernende den Lösungen selbst nachgehen können. |  | Eigene Expertenmeinung zurückstellen: Gerade in Diskussionen zwischen Lernenden, in denen unterschiedliche Meinungen zum Ausdruck kommen, sollte sich die Lehrperson mit ihrer Meinung eine Zeit lang zurückhalten. Ist die Meinung der Lehrperson bekannt, wird sie von einigen Lernenden wohl automatisch als "richtige Lösung" verstanden und die Diskussion ist beendet. |  | Mehr Prozessverantwortung, weniger inhaltliche Verantwortung: Bei offenen Aufgabenstellungen ist nicht nur ein Lösungsweg oder nur eine richtige Lösung möglich. Lehrpersonen können deshalb vor allem darauf achten, dass bestimmte Arbeitsschritte berücksichtigt werden. Die Ergebnisse dieser Schritte sind jedoch offen. Lehrpersonen können auch Beiträge strukturieren und darauf achten, dass die Lernenden am Thema bleiben |  | Minimale Hilfen bieten: Den Lernenden soll nicht allzu viel Eigenleistung abgenommen werden. Bei Sackgassen sollte sich die Hilfestellung am Minimum orientieren, das die Lernenden benötigen, um wieder selbstständig weiterarbeiten zu können. |  | Hilfen langsam abbauen: Wenn einzelne Gruppen mehr Hilfe benötigen, kann diese zwar gegeben, aber dann sukzessive abgebaut werden. Der Hilfeprozess sollte für die Gruppenmitglieder als Modell dienen, wie sie beim nächsten Problem eigenständig weiterkommen können. |  | Positives Feedback geben, Kritisches als Frage formulieren: Schülerinnen und Schüler sind daran gewöhnt, dass ihre Schritte regelmässig mit "richtig" oder "falsch" bewertet werden. Offene Arbeitsphasen verlangen auch hier mehr Spielraum. Wichtig sind dagegen positive Rückmeldungen zum Arbeitsprozess. Wenn Kritisches zu beobachten ist, kann eine Nachfrage helfen, noch einmal über diesen Punkt nachzudenken. |  | Verbindungen zwischen Beiträgen schaffen: Das Arbeiten im Internet verlangt in besonderer Weise nach dem Aufbau eines semantischen Raumes, der den Gegenstandsbereich abbildet. Schülerinnen und Schüler müssen wissen, welche Begriffe eine Rolle spielen, um zu recherchieren und das Recherchierte zu verarbeiten. Lehrpersonen können auf zusammenhängende oder fehlende Begriffe hinweisen. |
 | Lerneinheiten abschliessen: Online-Kommunikation sollte zu einem greifbaren Ergebnis führen. Lehrpersonen sollten darauf achten, dass Schülerinnen und Schüler zu diesem Punkt kommen. Gegebenenfalls können sie selbst gewisse Aspekte zusammenfassen. |
 | Anforderungen frühzeitig bekanntgeben: Dazu gehören Aspekte wie Art und Menge der Partizipation, das Ergebnis und der Zeitplan. |  | Gruppenprozesse steuern: Hilfreich ist es, zuvor eine Schülerin oder einen Schüler für die Leitung zu bestimmen. |  | Regelmässige Zeit- und Leistungskontrolle: Lehrpersonen müssen sich schon im Verlauf der Onlinephase ein Bild über die Lernaktivitäten machen. Hierzu können sie die Kommunikationskanäle besuchen, ein Arbeitsjournal führen lassen oder sich gegenseitig Zwischenergebnisse zustellen. In Lernplattformen bieten auch die Statistikfunktionen der Plattform eine grobe Orientierung. Lernende müssen hierbei jedoch vorgängig darüber orientiert werden, dass die Zugriffsdaten auf diese Weise beurteilt werden können. |  | Frühzeitig auf Probleme reagieren: Dies kann auf Motivation, auf Inhalte, auf Organisatorisches und auf Technisches bezogen sein. Organisatorisch kann das zu einer Anpassung des Zeitplans, der Gruppenzusammensetzung oder der Anforderungen führen. |  | Fehlplatzierte Beiträge löschen: Insbesondere in Foren kommt es immer wieder vor, dass Beiträge am falschen Ort geschrieben werden (z.B. eine technische Frage im inhaltlichen Forum). Um diesen Irrtum des Verfassers bzw. der Verfasserin nicht zu "verewigen", kann der Eintrag durch den Administrator, die Administratorin mit Hinweis an den Autor bzw. die Autorin gelöscht werden mit der Bitte, den Beitrag noch einmal im richtigen Forum zu schreiben. |  | Bei Konflikten reagieren: Wenn es online zu Reibereien (Flaming) kommt, dann sollte zuerst die Reaktion der Gruppe abgewartet werden, die in vielen Fällen kompetent auf unangemessene Äusserungen reagiert. Erst wenn hier keine Reaktion kommt, kann die Moderatorin bzw. der Moderator einen Hinweis geben, doch bitte sachliche Beiträge zu verfassen. |
 | Auf FAQ / Hilfefunktion verweisen: Die Mehrheit der Online-Werkzeuge verfügen über eine eigene Hilfefunktion oder ein Online-Forum mit Frequently Asked Questions (FAQ). Schülerinnen und Schüler höherer Klassen können frühzeitig lernen, hier selbst nach Antworten zu suchen. Lehrpersonen können sie dazu ermutigen, indem sie nicht jede technische Frage unmittelbar selbst beantworten. |  | Technische Hilfestellung bieten: Lehrpersonen, die mit Online-Kommunikation arbeiten, kommen nicht darum herum, auch ein gewisses "technisches" Verständnis zu entwickeln, wann eine Software auf einem Computer funktioniert und wann nicht. Dieses Wissen entsteht normalerweise in der Arbeit mit Software und im eigenen Hilfesuchen im Internet. Hierbei kann auf eine Vielzahl von Foren zurückgegriffen werden, in denen wiederum online kommuniziert wird. Lehrpersonen sind hier immer Lernende und Lehrende zugleich. |
Eine Online-Lerneinheit durchläuft mehrere Phasen, in denen Lernende ein unterschiedliches Mass an Unterstützung in den vier Dimensionen benötigen. Zu Beginn einer Online-Gruppenarbeit geht es vor allem um technische Aspekte, d.h. den Zugang zur Kommunikationsplattform. Dieser Aspekt sollte nach einer Phase der ersten Online-Sozialisation, in der erste Nachrichten geschrieben werden, jedoch stark abnehmen, so dass es verstärkt um die Klärung der Motivation und der organisatorischen Gruppenbildung gehen kann. In der Phase der eigentlichen inhaltlichen Arbeit steht auch dieser Aspekt des Tutoriums im Vordergrund. Vor der abschliessenden Zusammenfassung der Ergebnisse ist wiederum organisatorisches Tutorium gefragt, um die rechtzeitige Einhaltung der Abgabetermine zu gewährleisten. Weiter |
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