Wo ergibt sich ein Mehrwert für den Unterricht?
Viele Lehrpläne, Empfehlungen und ICT-Konzeptionen sehen durch den Computereinsatz positive Auswirkungen auf die Gestaltungsmöglichkeiten des Unterrichts und auf die Lernkultur. Die Integration von ICT beinhaltet das Potenzial, Entwicklungsprozesse in Richtung einer neuen Lernkultur in der Volksschule zu initiieren und zu unterstützen. Viele Formulierungen in den Lehrplänen der Volksschule und in ICT-Konzeptionen von Schulen beziehen sich auf diesen potenziellen Mehrwert der ICT zur Weiterentwicklung einer stärker schülerorientierten Lernkultur. Im Fokus steht neben der Initiierung erweiterter Lehr- und Lernformen, auch die Erwartung eines Mehrwerts für die Schule als Organisationseinheit, die durch den Einsatz von ICT und durch die digitale Vernetzung neue Entwicklungsimpulse erhält.
Der Einsatz von ICT im Unterricht unterstützt didaktisch-methodische Innovationen:
 | Der Einsatz von ICT im Unterricht unterstützt schülerzentrierte Lehr- und Lernformen, wenn zwei bis vier Computerarbeitstationen im Klassenzimmer bereitstehen. Ein Mehrwert durch den Einsatz von ICT ergibt sich beim projektorientierten Arbeiten, bei Werkstatt-Arbeiten und beim Einsatz kooperativer Lernformen. |
 | Lerninhalte können dank ICT so aufbereitet werden, dass selbstgesteuertes Lernen durch Problemorientierung und selbsttätige Exploration gefördert werden. Dabei werden unterschiedliche thematische Zugänge für die eigenständige Bearbeitung von Lerninhalten unterstützt wie die Betonung eines - inhaltsorientierten Zugangs über Startseiten mit thematischen Übersichten - erkundungsorientierten Zugangs durch Hypertexte, Hypermedia - problem- bzw. entscheidungsorientierten Zugangs über Simulationen, Mikrowelten - gestaltungsorientierten Zugangs durch den Einsatz von Präsentations- und Standardprogrammen (Tulodziecki & Herzig, 2003). |
 | Die erweiterten Möglichkeiten der Differenzierung und Individualisierung des Unterrichts durch den Einbezug von ICT unterstützen die Entwicklung spezifischer Förderangebote beispielsweise für besonders begabte Schülerinnen und Schüler wie auch für Kinder und Jugendliche mit Lernschwächen. |
 | Der Computer ist ein "soziales Medium" (Petko & Reusser, 2005). Kommunikations- und Kooperationsanlässe werden durch den Einsatz von ICT begünstigt. Durch den Computer als Kommunikationswerkzeug werden die Lernenden unterstützt, Lösungswege in kooperativer Auseinandersetzung zu entwickeln, unterschiedliche Problemlösungen zu vergleichen und gemeinsame Lösungen auszuhandeln. |
 | In den ICT-Konzeptionen werden Begründungen des ICT-Einsatzes wenig angesprochen, welche die Möglichkeit betonen, ausserschulische Medienerfahrungen der Lernenden aufgreifen, vertiefen und anwenden zu können. |
Der Einsatz von ICT bietet das Potenzial zur Initiierung und Unterstützung von Schulentwicklungsprozessen und zur innovativen Gestaltung der personalen und institutionellen Rahmenbedingungen in der Schule (Blömeke, 2003):
Literatur |
 | Blömeke, S. (2002). Neue Medien in der Lehrerausbildung: Zu angemessenen (und unangemessenen) Zielen und Inhalten des Lehramtsstudiums. MedienPädagogik 02-1. Online verfügbar unter: www.medienpaed.com (pdf). |
 | Kerres, M. (2003). Wirkung und Wirksamkeit neuer Medien in der Bildung. In: R. K. Keill, Slawik, M. (Hrsg.), Education Quality Forum: Wirkungen und Wirksamkeit neuer Medien. Münster: Waxmann. |
 | Merz-Abt, T. (2005). Medienbildung in der Volksschule: Grundlagen und konkrete Umsetzung. Zürich: Verlag Pestalozzianum. |
 | Petko, D., Reusser, K. (2005). Das Potenzial interaktiver Lernressourcen zur Förderung von Lernprozessen. In: D. Miller (Hrsg.). E-Learning: Eine multiperspektivische Standortbestimmung (S. 183-207). Bern: Haupt Verlag. |
 | Tulodziecki, G., Herzig, B. (2002). Computer und Internet im Unterricht: Medienpädagogische Grundlagen und Beispiele. Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor. |
 | Tulodziecki, G. (2004). Digitale Medien in Unterricht und Schule. Vortrag im Rahmen der Tagung "Unterrichten mit neuen Medien" an der ETH Zürich vom 8. November 2004. Zürich: Tagungsunterlagen. |
 | Stebler, R. (1999). Eigenständiges Problemlösen. Zum Umgang mit Schwierigkeiten beim individuellen und paarweisen Lösen mathematischer Problemgeschichten. Bern: Peter Lang. |
 | Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK (1986). Leitideen und Richtlinien zur Informatik in den Volksschulen. Bern: EDK. |
 | Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK (2000). Erklärungen zu den Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Bildungswesen. Bern: EDK. Online verfügbar unter: edkwww.unibe.ch > Tätigkeitsbereiche. |
 | Strategie des Bundesrates für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz (1998). Online verfügbar unter: www.infosociety.ch > Publikationen. |
 | Strategie des Bundesrates für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz (2006). Online verfügbar unter: www.infosociety.ch > Publikationen. |
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