Medienpädagogik, Mediendidaktik, Medienerziehung, Medienbildung?
Medienpädagogik
Medienpädagogik ist eine spezialisierte Teildisziplin der Pädagogik. Sie untersucht die Bedeutung von Medien für kindliches Aufwachsen und gibt Hinweise darauf, wie Medien im Kontext von Bildung und Erziehung eingesetzt werden können. Medienpädagogik umfasst zwei verschiedene Bereiche, die sich ergänzen: Mediendidaktik und Medienerziehung, wobei neuerdings auch von Medienbildung gesprochen wird.
Mediendidaktik
Mediendidaktik sucht nach Möglichkeiten des sinnvollen Einsatzes neuer Medien für das Lernen. Sie beschäftigt sich traditionell vor allem mit den positiven Potenzialen neuer Medien. Dabei haben sich die Erwartungen gewandelt. Bildungsmedien waren in ihren Anfängen (d.h. spätestens seit Comenius) Darstellungsmittel, mit denen sich Sachverhalte prägnant illustrieren liessen. Mit dem Aufkommen von Radio, Fernsehen, Video und Computer war hingegen immer wieder die Erwartung verbunden, dass Medien zumindest teilweise Lehrpersonen ersetzen könnten. Heute herrscht hier, trotz deutlich weiterentwickelten interaktiven Medien, eine deutlich nüchternere Einschätzung vor. Medien sind demnach Werkzeuge in der Hand von Lehrenden und Lernenden, mit denen sich komplexe Lernumgebungen didaktisch bereichern lassen.
Medienerziehung
Medienerziehung beschäftigt sich damit, wie Kinder in der Bewältigung ihrer alltäglichen medialen Lebenswelt begleitet und unterstützt werden können. Dabei nimmt Medienerziehung traditionell vor allem eine kritische Perspektive zu Medien und ihren möglichen gesellschaftlichen und personalen Auswirkungen ein. Die Medienerziehung hat sich im Laufe der letzten 150 Jahre grundlegend gewandelt. Während sie in ihren Anfängen auf eine Abschirmung der Kinder und Jugendlichen vor vermeintlich schädlichen Einflüssen zielte (die "Bewahrpädagogik" wandte sich gegen Schundliteratur, Comics, anzügliche oder gewalttätige Filme etc.), geht es heute um eine handelnde Auseinandersetzung mit Medien, um eine sinnvolle Auswahl, Nutzung, Gestaltung und Kritik von Medienprodukten mit der Zielvorstellung der Medienkompetenz.
Medienbildung
Ziel der Medienpädagogik ist heute die Förderung von Medienkompetenz im Prozess des lebenslangen Lernens. Da der Begriff der "Pädagogik" für erwachsene Zielgruppen oft als unangemessen empfunden wird, wird im übergreifenden Sinne vermehrt von "Medienbildung" gesprochen. Der Begriff der "Medienbildung" betont zudem die selbstbestimmte Entwicklung, während "Medienpädagogik" und auch "Medienkompetenz" eher einen normativen Beiklang haben.
Begriffe im Wandel
In der Fachliteratur herrscht über die Begriffsgliederung jedoch keine Einigkeit. Auch wenn Medienpädagogik als Oberbegriff für Mediendidaktik und Medienerziehung verstanden werden kann, wird der Begriff häufig eher als Synonym von Medienerziehung verwendet. Mediendidaktik dagegen hat im Zuge der neuen Ansätze im E-Learning und blended learning eine stärkere Eigenständigkeit erreicht. Die Begriffe sind in jedem Fall im Wandel begriffen.
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