Einführung
Andy Reich ist Dozent für E-Learning an der Pädagogischen Hochschule Graubünden. Er entwickelte das Konzept zu diesem educaguide und leitete dessen Realisierung.
Erfolgreicher Unterricht in heterogenen Schulklassen zeichnet sich dadurch aus, dass die beteiligten Personen Unterschiede bejahen, anerkennen und voneinander lernen wollen. Ausgehend von den Grundsätzen einer integrativen e-Didaktik, die Joseph Eigenmann in seinem Beitrag entwickelt, zeigt dieser educaguide anhand von konkreten Beispielen aus der Unterrichtspraxis Bedingungen und Faktoren auf, die einen gewinnbringenden Einsatz von ICT und E-Learning beim Unterrichten in heterogenen Schulklassen ermöglichen.
Heterogene Lerngruppen beinhalten gerade aufgrund ihrer Heterogenität pädagogische Chancen, die homogene Lerngruppen nicht zu bieten vermögen. Gleichzeitig sind heterogene Lerngruppen aber auch mit Risiken verbunden und werden von Lehrpersonen deshalb als anspruchsvoll empfunden. Lehrpersonen, die lernen, mit den sich aus der Heterogenität einer Gruppe ergebenden zusätzlichen Herausforderungen umzugehen und individualisierende Lernformen erfolgreich einzusetzen, möchten jedoch auf den zusätzlichen Gewinn, wie er aus individualisierendem Unterrichten entsteht, nicht mehr verzichten.
Interaktive Kommunikationstechnologien (ICT) unterstützen Lehrpersonen und Lernende im individualisierenden Unterricht auf vielseitige Weise. ICT bieten eine grosse Anzahl an Werkzeugen dafür an: Dazu gehören Informationsverarbeitungswerkzeuge für Text, Bild, Ton und Grafik ebenso wie Kommunikations- und Lernplattformen zur Unterrichtsgestaltung. Die Didaktik und Methodik zeigt, wie elektronische Angebote aufgebaut und gestaltet werden können.
Lehrpersonen und Lernende entscheiden selber, welche Werkzeuge Sie für das Lehren und Lernen einsetzen. Unterrichten wird dadurch komplexer. Die Antwort auf die zusätzlichen Anforderungen kann aber nicht die Reduktion der Komplexität, sondern nur die Kompetenzerweiterung aller am Unterricht beteiligten Personen sein.