Was bewirkt die Schaffung eines Medienprofils oder Medienleitbildes?
ICT ist in einer Schule eingeführt: Es besteht ein Beschaffungskonzept für Hard- und Software sowie ein Aus- und Weiterbildungskonzept für die Lehrpersonen. Es genügt nicht, die Weiterentwicklung von ICT im Unterricht initiativen Lehrpersonen und Projektteams zu überlassen. Informatikintegration und damit verbunden eine umfassende Medienbildung der Kinder und Jugendlichen müssen als Teilaspekt einer sich qualitativ weiterentwickelnden Schule fest im Leitbild oder Betriebskonzept sowie im Schul-/Jahresprogramm integriert sein. Damit wird die Medienbildung verbindlich etabliert und die Nahtstellen der Klassen- und Stufenübertritte werden geklärt.
Zur Bildung eines Medienleitbildes ist eine zielgerichtete Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung für Aspekte der Medienbildung im ganzen Schulteam nötig, denn Leitsätze können nicht von einer Schulleitung oder Spurgruppe "beschlossen" werden. Diese entwickeln sich meistens aus einem gut vorbereiteten Pilotprojekt. Die gemachten Erfahrungen werden vom Projektteam ausgewertet und dem Schulhausteam vorgestellt. Es entstehen Folgeprojekte und schrittweise entwickelt sich in organischer Weise eine Kultur der ICT- und Mediennutzung.
Die Verbindlichkeit und Kontinuität wird schliesslich erhöht, indem das Team aus den Erfahrungen Leitgedanken für künftiges Arbeiten im Medienbereich entwickelt. Es werden Organe gebildet und Verantwortliche bezeichnet, z.B. ein pädagogischer Support wird eingerichtet. Die Schule entwickelt schrittweise ein eigentliches Medienprofil, eine Grundhaltung, welche die Medienbildung als integrativen Bestandteil der Lehr- und Lernkultur versteht. Es liegt auf der Hand, dass ein gelebtes Medienprofil im Verlauf von mehreren Jahren entwickelt werden muss. Medienprofil und Medienbildung werden als ein zentrales Thema innerhalb einer beispielsweise 3-jährigen Entwicklungsperiode festgelegt und von einer Steuergruppe mit klarem Auftrag, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen in Fluss gehalten. Meist empfiehlt sich eine externe Fach- und Prozessberatung, welche einerseits fachliche Inputs gibt, andererseits den Veränderungsprozess aus externer Sicht begleitet.
Die Entwicklung eines Medienprofils beginnt mit der Frage: "Was praktizieren wir bereits und auf welche Erfahrungen können wir im Team zurückgreifen?" Weiter wird sie sich an den folgenden Leitfragen orientieren:
Ebene Schule als Organisation
Organisatorische und strukturelle Ebene
Ein gemeinsam entwickeltes Medienprofil sowie im Schulteam durchgeführte Aktivitäten und Projekte verändern die Qualität der Zusammenarbeit. Eine Profilierung des Teams und eine Weiterentwicklung der Schulhauskultur finden statt. Diese wirken sich auf die Identifikation mit dem eigenen Schulhaus und auf die persönliche Motivation aus.
Die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Fragen der ICT- und Mediennutzung im Unterricht stellt jedoch auch eine beträchtliche Herausforderung für die Lehrpersonen dar und erfordert eventuell ein Umdenken bezüglich der eigenen Rolle im Schulzimmer.
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