Wie werden Medien im Alltag thematisiert?
Menschen erwerben ein grosses Wissen über Medien in der alltäglichen Teilnahme an einer Kultur, in der Medien einfach dazugehören. Medien sind ein gängiges Gesprächsthema. Nachbarn unterhalten sich z.B. über Zeitungsartikel, Familien über eine Fernsehsendung, Kinder und Jugendliche vor allem über Musik, Sport, Idole und Computerspiele. Bei solchen Themen sind Aspekte des Inhalts fast untrennbar mit Aspekten des Mediums verbunden. Gesprochen wird damit z.B. über...
 | die wahrgenommenen Medieninhalte (Interpretierter Informationsgehalt), |
 | ihre Relevanz für den Empfänger (Pragmatische Bedeutsamkeit), |
 | die emotionalen Implikationen (Unterhaltungswert, Betroffenheit), |
 | die resultierenden Handlungsmöglichkeiten bzw. Notwendigkeiten (Akteursperspektive), |
 | die Tatsachen hinter den dargestellten Medieninhalten (Realitätsbezug) |
 | die Tatsachen, die ausgeblendet werden (Selektivität), |
 | die Art der Informationsgestaltung (Medienformat, Medienästhetik), |
 | die Gründe für diese Art der Mediengestaltung (Medienpolitik, Medienwirtschaft), |
 | die wünschbaren und weniger wünschbaren Auswirkungen dieser Art von Mediengestaltung und die nötigen moralischen Normen (Medienethik). |
Die Reflexion über Medien geschieht im Alltag jedoch wenig systematisch. Medien werden einfach als Instrument der Information oder der Kommunikation gebraucht, ohne dass immer auch über sie nachgedacht wird. Vielfach geht es um Unterhaltung (im doppelten Sinn des Worts) und um "Abschalten". Schule steht vor der Aufgabe, die kritische Partizipationsfähigkeit an der Medienwelt in grösserer Systematik zu schulen.
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