Welche Besonderheiten bestehen bei textbasierter Online-Kommunikation?
Bei schriftlicher Online-Kommunikation ergeben sich ähnlich wie beim Briefe-Schreiben einige Besonderheiten.
 | Schriftliche Texte werden überlegter formuliert. Diskussionsteilnehmer haben mehr Zeit, um einen geeigneten Beitrag zu formulieren. Wenn der Anspruch an die Beiträge jedoch zu hoch wird, kann das eine Hemmschwelle sein. Bisweilen entsteht jedoch auch eine Art "Umgangsschriftlichkeit", bei der Menschen so schreiben, wie sie reden. In der Schule ist es sinnvoller, sich auch in Foren und Chats an die Regeln der Rechtschreibung zu halten. |
 | Die zeitliche Taktung der Interaktion ist online schwerer zu synchronisieren. Während das abwechselnde Sprechen z.B. in einem normalen Telefongespräch kein Problem darstellt, ist das in einem Chat deutlich schwieriger. Je nach Kommunikationstakt muss man lange auf Nachrichten warten, teilweise kommen die Botschaften gleichzeitig in einer Flut von Nachrichten. Da es ausser den Textbotschaften keine anderen Hinweise auf die Reaktion des Gesprächspartners gibt, ist insbesondere ein "Schweigen" schwer zu deuten (Forum nicht mehr besucht? Eigene Nachricht nicht gelesen? Desinteresse? Gesprächsabbruch?). |
 | Mimik und Gestik fehlen. Das erschwert einerseits die Synchronisierung der Redezüge, zugleich wird es schwieriger, bestimmte Untertöne richtig zu erkennen. Humor, Ironie oder gar Sarkasmus enden online vielfach in Missverständnissen. Mit sogenannten "Emoticons" wird versucht, Gesichtsausdrücke und Emotionen in Textbotschaften auszudrücken: z.B. :-) als lachendes Gesicht, ;-) als Augenzwinkern etc. |
 | Komplexe Diskussionsverläufe können durch die besonderen Visualisierungsfunktionen besser nachvollzogen werden (sog. Threading, wobei Antworten auf andere Nachrichten eingerückt unter der betreffenden Nachricht erscheinen). Geschickt genutzt lassen sich damit online komplexere Diskussionen noch übersichtlich gestalten. Hunderte von Menschen können gemeinsam an einem Thema diskutieren, ohne Einschränkungen der Redezeit. Bei sehr grossen Diskussionsrunden kann der Umfang des zu lesenden Materials jedoch den Rahmen sprengen. |
 | Textbasierte Diskussionen können dauerhaften Charakter besitzen. Sie lassen sich speichern und als Wissensbasis oft noch Jahre später durchsuchen. |
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