Wie und wozu setze ich den Computer für die Produktion von Filmen ein?
Auch im Zeitalter interaktiver Medien üben filmische Geschichten eine grosse Faszination auf Schülerinnen und Schüler aus. Diese Faszination für das Medium überträgt sich auf die Motivation bei der Realisierung von eigenen Film- und Videoprojekten.
A. Welche Lernziele sind mit der Produktion von Filmen verbunden?
Durch das Agieren vor und hinter der Kamera und die spätere Bearbeitung der Aufnahmen am Computer bieten Sie den Schülern und Schülerinnen Möglichkeiten, ihre eigenen Themen in Geschichten auszudrücken. Durch die Interpretation von Erzählkonventionen und Stilelementen aus Filmen, die sie kennen, lernen sie die Gesetzmässigkeiten filmischen Erzählens und dessen Wirkung auf das Publikum kennen.
B. In welchem didaktischen Rahmen können Filme realisiert werden?
Meistens werden Filme im Rahmen von Wahlfächern, Intensivwochen oder Klassenlagern realisiert. Ein eng einzuhaltender Zeitplan und die Fokussierung auf ein - bereits in der Vorbereitung festgelegtes - Endprodukt lässt dann oft wenig Raum für Experimente, prozessorientiertes Arbeiten und Reflexion.
Betten Sie deshalb die Filmarbeit vermehrt in den normalen Unterricht ein. Dies ist dann möglich, wenn anstelle ganzer Filme kürzere, skizzenhafte Arbeiten in Form von Sequenzen entstehen. Wichtig ist, dass Sie als Lehrperson den Entstehungsprozess begleiten und die Schülerinnen und Schüler anleiten, die gemachten Erfahrungen zu reflektieren.
Geeignete Beispiele für die Filmarbeit im normalen Unterricht sind:
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist es wichtig, dass die Geräte (Kameras und Computer mit Videoschnittsoftware) unkompliziert ausleihbar sind und nicht wochenlang im Voraus reserviert werden müssen. Bei der heutigen umfassenden Medienausstattung der Haushalte können die Kinder auch angefragt werden, ob sie eine Videokamera von zu Hause mitbringen können, wenn in der Schule nicht genügend Geräte zur Verfügung stehen. Es kann auch überlegt werden, ob die Videofunktion der Handys von Schülerinnen und Schülern für das Projekt genügen würde.
C. Überfordert die Videobearbeitung die Schülerinnen und Schüler?
Im Rahmen der digitalen Fusion ist der Computer zur multimedialen Drehscheibe geworden. Auch Filme entstehen heute zu einem wesentlichen Teil am Computer. Damit haben sich die technischen und gestalterischen Möglichkeiten der Filmproduktion gegenüber den früheren analogen Schnittpulten stark verändert: Der Zugang zu den Produktionsmitteln ist für die breite Öffentlichkeit einfacher und billiger geworden.
Die intuitive Bedienung der Programmoberfläche fördert einen spielerischen, entdeckenden Umgang mit dem Filmmaterial. Auf diese Weise können Sie die Schüler und Schülerinnen verschiedene Erzählformen und Wirkungen ausprobieren lassen.
Die Videobearbeitungsprogramme arbeiten nach dem Prinzip des nonlinearen Schnitts. Das heisst: Die Abfolge der Einstellungen kann immer wieder geändert werden.
Das einmal gedrehte Rohmaterial können Sie von mehreren Schülerinnen und Schülern jeweils getrennt bearbeiten lassen. Dabei zeigt sich, dass aus dem gleichen Material ganz unterschiedliche Filmsequenzen entstehen können.
D. Warum auch Trickfilme produzieren?
Nach Buchan & Janser (2005) hat der Trickfilm ein unbegrenztes Potential, Ereignisse, Formen und Schauplätze darzustellen, die keinen oder nur geringen Bezug zu unserer Erfahrung der realen Welt haben.
Durch den Einbezug einer Vielfalt von Techniken, wie Zeichnung, Plastilin oder reale Objekte, können fantastische, paradoxe Welten geschaffen werden.
Die technisch kleinste filmische Einheit ist das Einzelbild. Die filmische Illusion entsteht, indem ähnliche Einzelbilder in hoher Frequenz (z.B. 15 oder 25 Bilder pro Sekunde) nacheinander projiziert werden. Die Bewegung entsteht dadurch, dass sich die Bildobjekte von einem Bild zum nächsten leicht verschieben (Plastilinobjekte, Duplo-, Lego-, Playmobil-Figuren). Bei einer Trickfilmproduktion erleben die Schüler und Schülerinnen dieses technische Grundprinzip. Sie gestalten "von Grund auf" eine Filmsequenz, das heisst von Einzelbild zu Einzelbild.
Mit einer digitalen Fotokamera nehmen die Schüler und Schülerinnen die Bilder auf. Da die Qualität von einem Megapixel pro Einzelbild genügt, kann für die Trickfilmproduktion auch eine alte Digitalkamera verwendet werden. Die Einzelbilder werden anschliessend paketweise in ein Videoschnittprogramm importiert, bearbeitet und zum Film zusammengestellt. Im Unterschied zur Trickfilmproduktion mit Super8 ist am Computer der Gestaltungsprozess mit der Aufnahme nicht zu Ende, sondern er setzt sich am Computer fort, mit den gesamten multimedialen Möglichkeiten der Bild- und Tonbearbeitung.
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