 | Wie und wozu nutze ich Standardprogramme als multifunktionale Werkzeuge? Programme zur Textverarbeitung, Präsentation, Tabellenkalkulation, Datenbankprogramme, Internetbrowser, Mailprogramme sowie Programme für die Bearbeitung von Bildern, Videos und Tönen werden in diesem Guide als Standardsoftware bezeichnet, wenn sie für eine breite Anwendung entwickelt wurden. Solche Programme sind oft im Lieferumfang des Computers enthalten.
A. Wozu Schreiben mit dem Computer?
Gegenüber allen Kritikerinnen und Kritikern, die den Sprachverfall im Computerzeitalter beklagen, ist festzuhalten: Lesen und Schreiben sind grundlegende Tätigkeiten, die zum Arbeiten mit Computern notwendig sind. Weil heute Briefe, Protokolle und andere Texte vornehmlich am Computer geschrieben und redigiert werden, ist wohl noch nie so viel geschrieben worden wie heute. Dazu sind mit dem Computer die Möglichkeiten zum Gestalten von Texten gewachsen (Layout, Einbezug von Bildern und Grafiken, Nutzung verschiedener Schriften etc.). Texte auf dem Computer zu schreiben und ansprechend zu gestalten ist deshalb zu einer Kulturtechnik geworden, über die alle Schüler und Schülerinnen verfügen sollten.  | Lassen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler eigene Textproduktionen und Aufsätze auch am Computer schreiben. Achten Sie dabei darauf, dass die multimedialen Elemente die Aussagekraft des Textes unterstützen und ihm angemessen sind. |
 | Lassen Sie die eingebauten Hilfen wie den Thesaurus oder die Rechtschreibeprüfung durch die Schülerinnen und Schüler für kleine Übungen nutzen, indem sie einen kurzen Text mit deren Hilfe korrigieren oder Wörter in einem vorgegebenen Bericht durch "treffendere" ersetzen. |  | Im Zusammenhang mit Recherchen im Internet können Ihre Schüler und Schülerinnen eigene Sachtexte erstellen, die auch Fotos und Grafiken enthalten (etwa zur Kurzpräsentation eines Landes im Geografieunterricht). Allerdings müssen Sie hier darauf achten, dass die Texte von ihnen selbst erstellt und nicht mit "Copy und Paste" eingesetzt werden. |
Attraktiv sind Publikationsprojekte, in welchen Ihre Klasse gemeinsam ein Produkt erstellt: B. Wozu visuelles Gestalten mit dem Computer?
Malen und Zeichnen mit dem Computer wird oft im Gegensatz zu herkömmlichen Techniken wie Bleistift, Kohle, Farbstiften, Kreide, Gouache oder Ölfarben gesehen. Aber auch die Betonung von Bildern kann im schriftbetonten Milieu der Schule Widerstand wecken. Doch es ist nicht die Konkurrenz, die hier im Mittelpunkt stehen sollte, sondern die Tatsache, dass die durch den Computer betonte Multimedialität neue Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet – und dabei traditionelle und neue Medien einschliesst. So lassen sich durch Vergleiche die Eigenheiten und Wirkungen verschiedener Techniken herausarbeiten.
Das Beispiel der "Stadt in der Nacht" zeigt Arbeiten von Schülern und Schülerinnen, die mit dem Computer, mit Papier und Schere und mit einer Tusch-Gouache-Technik entstanden sind.
In der Betrachtung der Produkte lautete die Fragestellung: Mit diesen oder ähnlichen Fragestellungen wird eine differenzierte Haltung der Schülerinnen und Schüler gegenüber dem Herstellungsprozess, der Wirkung und den Vorlieben gefördert und darauf hingearbeitet, dass den Kindern ein breites Repertoire an gestalterischen Möglichkeiten zur Verfügung steht. Abb. 4.2 "Stadt in der Nacht". Schülerinnen- und Schülerarbeiten mit Computer, Papier und Schere und Tusche-Gouache (Quelle: PHZ Zürich, Medienlernen) Weitere Beispiele für die Nutzung des multimedialen Potenzials für ästhetische und gestalterische Aufgaben sind:  | Der Bezug auf eine Irritationsästhetik, "die das Gewohnte aufstört und Ordnungsrahmen und Denkroutinen immer wieder neu prüft" (Johannes Kirschenmann, 2003, S.148). Das Verfremden, Neu-Zusammenstellen, Mischen, Filtern, Verzerren, Sampeln ist eine grosse Stärke des Computers und beinhaltet ein riesiges, kreatives und lustvolles Potenzial. |
Abb. 4.3 Multisensueller Kunstunterricht unter Einbeziehung der Computertechnologie (Quelle: www.muse-computer.de)  | Die Orientierung an der im Kunstbereich bewährten "Crossover"-Technik, in welcher digitales und analoges Gestalten gemischt werden. Dabei wird zum Beispiel die Struktur von Rasen mit Graphitstift und Gummi erprobt, das Ergebnis eingescannt und am Computer überarbeitet, anschliessend auf Aquarellpapier ausgedruckt und wieder von Hand mit einigen Schichten Aquarellfarben lasiert. |
Abb. 4.4 "Rasen" - Multisensueller Kunstunterricht unter Einbeziehung der Computertechnologie (Quelle: www.muse-computer.de)  | Medienpädagogisch ist das Zusammenspiel multimedialer Elemente besonders wichtig – und eine Chance, sich mit Inhalt und Wirkung von Textelementen auseinanderzusetzen: Welche Schrift passt zum Inhalt? (Western, Schreibmaschine, Zeitungstext) Welches Bild wähle ich dazu? Ist das Bild lediglich Illustration des Beschriebenen, ergänzt es das Bild durch neue Aspekte, oder steht es sogar im Widerspruch zur schriftlichen Botschaft? |
Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler bei der Computerarbeit im Zeichen- und Kunstunterricht immer wieder in gemischten Zweiergruppen arbeiten. Im deutschen Projekt MuSe ergaben sich Hinweise darauf, dass Mädchen eher fordernd und mehrdimensional an den Computer herangehen, während Jungen einen mehr technisch, linearen Arbeitsstil pflegen. Mit der Methode des Peer-Tutoring, die gegenseitiges Anleiten, Helfen und Unterstützen bezweckt, können beide Gruppen von den Fähigkeiten der anderen profitieren. Beispiel: Computer im Kunstunterricht: www.muse-computer.deC. Wozu mit Datenbanken arbeiten?Immer mehr Wissen aus Alltag, Schule und Beruf ist in Datenbanken gespeichert. Alltagshandlungen, wie der Besuch eines Museums mit Informationssuche über die Ausstellung im Internet, den elektronischen Fahrplan lesen und das Zugsbillett am Automat beziehen, erfordern die Fähigkeit, mit Informationssystemen umzugehen, denen im Hintergrund Datenbanken zugeordnet sind. Es ist deshalb unerlässlich, dass die Schule zu einem stufengerechten, sinnvollen, gezielten und kritischen Umgang mit Datenbanken und Informationssystemen anleitet. Stichworte und Ideen zu Unterrichtsprojekten:  | Lassen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler eine Klassendatenbank planen, aufbauen und füllen: Dabei entstehen weiterführende Fragen zum Daten- und Persönlichkeitsschutz und Fragen zur Strukturierung von Datenfeldern, die Sie im Unterricht aufnehmen können. Diese Thematik taucht immer wieder in Zusammenhang mit Kundendatenbanken auf. |  | Regen Sie die Schüler und Schülerinnen an, eine Lernkartei für den Fremdsprachenunterricht zu erstellen (z.B. in einer Datenbank wie FileMaker oder online auf karteilernen.de). |  | Initiieren Sie einen Wettbewerb zum elektronischen Fahrplan: Innerhalb einer beschränkten Zeit müssen die Schülerinnen und Schüler von Ort A nach Ort B gelangen, wobei weitere Bedingungen gestellt werden können (möglichst viele Verkehrsmittel benützen, schnellste Verbindung wählen etc.). |  | Leiten Sie die Schülerinnen und Schüler an, unterschiedliche Informationsquellen zu vergleichen, z.B. Buch-Lexikon mit Wikipedia. Dabei können Vergleichskriterien benutzt werden wie: Auswertung nach Umfang, Zeit für die Suche, Aktualität, Anzahl der verwendeten Medien (Text, Bild, Ton, Film). |  | Speziell für Sekundarstufe I und II: In den Quellenvergleich kann die Suche in Bibliothekskatalogen, Newsgroups, Zeitungsarchiven im Internet einbezogen werden. |
D. Wozu mit Tabellenkalkulation und grafischen Darstellungen arbeiten?
Tabellenkalkulationen bieten einen anschaulichen Umgang mit Formeln und Funktionen. Im Gegensatz zur Taschenrechnerfunktion des Computers können Sie Schülerinnen und Schüler damit mathematische Gesetzmässigkeiten erfahren und visualisieren lassen. Wie die folgenden Beispiele zeigen, erschliessen Sie dadurch den Schülern und Schülerinnen einen einsichtigen Zugang zu mathematischen Zusammenhängen:  | Daten werden über Diagramme - wie im folgenden Beispiel - visualisiert: |
Abb. 4.5 Veranschaulichung von mathematischen Zusammenhängen mit Hilfe eines Tabellenkalkulationsprogramms (Quelle: Peter Suter, Pädagogische Hochschule Zürich) Weiter |
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