Wie gestalte ich den Unterrichtseinstieg?
Erläutern Sie zu Beginn der Lerneinheit – zum Beispiel anhand einer Aufstellung an der Wandtafel – Thema, Inhalt, Ziele und Arbeitsorganisation. Nehmen Sie Bezug auf das Vorwissen der Lernenden und geben Sie ihnen eine Orientierung über die zu erarbeitenden Inhalte, die gesetzten Ziele sowie über das geplante Vorgehen.
Sie klären mit Ihren Schülerinnen und Schülern die nachstehenden Fragen ab. Sie erleichtern den Lernenden die Orientierung:
A. Wie sieht ein Einstieg für eine produktorientierte Ausrichtung des Unterrichts aus?
Einstieg mit verbindlicher Ziel- bzw. Produktvorgabe
Die Schülerinnen und Schüler sollen Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben und diese z.B. an einer Aufgabenstellung oder in einem Test nachweisen. Wichtig ist dabei, dass Sie verbindlich festlegen, was von den Lernenden erwartet wird – beispielsweise bevor sie am Computer eine Lerneinheit individuell durcharbeiten. Als hilfreich erweist sich, wenn Sie der Lerneinheit eine Diagnose voranstellen und/oder mit der Schülerin bzw. dem Schüler in einer Lernvereinbarung klar festsetzen, was erreicht werden soll und wie überprüft wird, was sie erreicht haben.
Neben fachlichen Zielen – zum Beispiel in Mathematik oder Deutsch – soll gleichzeitig durch den handlungsorientierten Einsatz von Medien im Lernprozess die Medienkompetenz der Lernenden erweitert werden. Hilfreich kann es dabei im Bereich von ICT sein, wenn Sie sich und den Lernenden deutlich machen, welche Standards der Medienbildung in den jeweiligen Unterrichtsprozessen angesprochen sind.
Zu Standards im Unterricht:
Problem- bzw. fallbasierter Einstieg
Präsentieren Sie den Schülerinnen und Schülern eine Problemstellung und fordern Sie sie auf, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die Problemstellung passen Sie dem Vorwissen und den Möglichkeit der Lernenden an. Gemeinsam werden mögliche Vorgehensweisen gesucht und veranschaulicht, welchen sie danach in Gruppen nachgehen. Zeigen Sie den Schülerinnen und Schülern ein Endprodukt, das von ihnen selber erstellt werden soll, z.B. eine PowerPoint-Präsentation, eine Klassenzeitung oder eine Gestaltungsarbeit der letzten Klasse.
Um medienbildnerische Ziele zu erreichen, analysieren Sie mit den Lernenden auch bestehende professionelle Medienprodukte wie Zeitschriften, Werbung, Film- und Tonbeispiele. Ein erster Auftrag kann darin bestehen, dass die Lernenden die Herstellungsweise analysieren und mögliche Wege suchen, die zu einem ähnlichen Produkt führen. Die Schülerinnen und Schüler erkennen dabei den Wert der Analyse einer bestehenden Arbeit: Wie wurde sie hergestellt? Welche Werkzeuge wurden verwendet? Wo finde ich die Befehle in der Software? In einem nächsten Schritt wird die Vorlage abgeändert. Damit eignen sich die Lernenden die nötigen Fertigkeiten an, um eine eigene Arbeit zu entwickeln.
Abb. 3.2 Beispiele zu Mondrimat von Stephen Linhart: Bild links "No Bad Dogs" Fabrizio D'Ambrosio, 1996; Bild rechts "Birdhouse Dreams", Emma Tailleir, 1996
B. Wie sieht ein Einstieg für eine prozessorientierte Ausrichtung des Unterrichts aus?
Gegenüber dem produktorientierten Unterricht steht hier nicht das festgelegte Ergebnis, sondern die gemeinsame Arbeit sowie der sich dabei ergebende Lernprozess im Mittelpunkt. Dazu gehört beispielsweise ein Projekt, das von der Zielsetzung bis zur Ergebnispräsentation schrittweise von den beteiligten Schülerinnen und Schülern gestaltet wird. Etwas einfacher strukturiert sind die folgenden Beispiele, die es erlauben, prozesshafte Elemente sowie ihre Reflexion in den Mittelpunkt des Unterrichtes zu stellen:
Führen Sie z.B. eine Arbeitsmethode ein und üben Sie diese anhand eines Unterrichtprojekts mit den Schülerinnen und Schülern, etwa das Verfahren "Gruppenpuzzle", "Expertensystem" usw. Sie können ebenso eine zu erlernende Computertechnik bei der Erarbeitung eines Produkts ins Zentrum des Unterrichts stellen.
Abb. 3.3 Verschiedene Rätselformen zum Erstellen von Übungen, zwei Funktionen von ZARB, Bild 1 Wortsuchrätsel, Bild 2 Schlangentext (
www.zarb.de).
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