Wie organisiere ich den Unterricht mit einer Medienecke bzw. Medieninsel?
Obwohl die Infrastruktur meist vorgegeben ist, tut die Schule gut daran, ihre Gestaltung im Kollegium zu diskutieren. Denn die Computerinfrastruktur entscheidet darüber, wie leicht die Computer für die Lehrpersonen sowie für die Schülerinnen und Schüler zugänglich sind. Im Folgenden werden einige dieser Gestaltungsmöglichkeiten der Infrastruktur erläutert. Es wird dabei auch deutlich, welche Auswirkungen sich für das Unterrichten ergeben.
Ein wesentliches Merkmal der integrierten Informatik ist es, den Computer möglichst am Arbeitsplatz der Schülerinnen und Schüler zur Verfügung zu haben, sei es mit einzelnen Computern im Klassenzimmer oder in Form einer Medienecke bzw. Medieninsel, die mehrere Klassen gemeinsam nutzen.
Der Einsatz von einzelnen Computern im Klassenzimmer ist methodisch anspruchsvoll. Er bedingt, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler zur gleichen Zeit das Gleiche tun. Dies reduziert Unterrichtssequenzen mit frontaler Instruktion und verlangt "offene" Formen des schulischen Arbeitens, die den Schülerinnen und Schülern eine erhöhte Selbstständigkeit und Verantwortung übertragen.
Individualisierende Unterrichtsformen erleichtern den Einsatz des Computers im Klassenzimmer. Geeignete Formen sind, wie im vorherigen Kapitel erwähnt, Wochenplanunterricht, Postenarbeit und Werkstattunterricht. Es soll aber nicht der Eindruck entstehen, dass beim Einsatz des Computers nur solche Formen sinnvoll sind. Es gibt durchaus Phasen (etwa bei der Einführung in eine neue Software), die sich mit einzelnen Computern alleine nur schwer meistern lassen und deshalb mehr Computer erfordern, etwa indem (mobile) Geräte aus anderen Zimmern oder aus einem Pool hinzugezogen werden.
Bei der Organisation des Unterrichts mit einzelnen Computern kann die Nutzung auf drei Ebenen erfolgen: individuell, durch einen Teil der Klasse oder durch die ganze Klasse.
A. Wie nutzen Schülerinnen und Schüler den Computer individuell?
Jede Schülerin, jeder Schüler setzt den Computer während eines bestimmten Zeitraumes individuell ein und kann aus einem Angebot an Lernaufgaben wählen. Die Schülerinnen und Schüler führen selbst Buch über ihre Arbeitszeit am Computer und die erledigten Aufträge.
B. Wie wird der Computer durch einen Teil der Klasse eingesetzt?
Zu einem bestimmten Thema arbeitet eine Schülergruppe an einem Computer. Der Rest der Klasse arbeitet "konventionell". Bei einem anderen Thema kommt eine andere Gruppe zum Zug. Die Nutzung wird so über einen längeren Zeitraum verteilt. Die Lehrperson oder die Schülerinnen und Schüler wachen darüber, welche Gruppen bereits am Computer gearbeitet haben.
C. Wie nutzt die ganze Klasse den Computer?
Jede Gruppe arbeitet zu einem bestimmten Thema nacheinander am Computer. Währenddessen sind die übrigen mit einer anderen Arbeit beschäftigt. Auch hier wird die Nutzung über einen Zeitraum verteilt, allerdings über einen kürzeren als im oben erwähnten Fall. Entweder haben alle Gruppen den gleichen Auftrag, oder die Aufträge sind verschieden, bauen sogar aufeinander auf. Unterstützende Organisationsformen dazu sind Postenarbeit und Werkstattunterricht.
Überlegen Sie sich vor dem Computereinsatz folgende Punkte:
Weiter |