Welche Sozialformen eignen sich für den Computereinsatz?
Wie für die Unterrichtsformen gilt auch hier, dass der Einsatz des Computers nicht an eine bestimmte Sozialform gebunden ist. Obwohl man Computerarbeit gemeinhin mit Einzelarbeit verbindet, wird meist gleich viel (und manchmal auch mehr) gelernt, wenn die Schülerinnen und Schüler zu zweit gemeinsam am Computer arbeiten. Zudem macht es auch mehr Spass.
A. Wann ist bei der Einzelarbeit der Computer besonders effizient?
Einzelarbeit am Computer ist dort sinnvoll, wo es um reines Üben oder individuelles Recherchieren geht, bei kreativen Aufgaben wie Schreiben, Zeichnen, Malen, oder bei der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit speziellen Defiziten oder Begabungen. Wenn Schülerinnen und Schüler am Computer auf sich selbst gestellt sind, sollte vorher besprochen werden, in welcher Form sie sich bei Schwierigkeiten Hilfe holen können. Sie sollten nicht ständig die Lehrperson rufen. Sie können ihre Selbstständigkeit trainieren, indem sie schriftliche Anleitungen oder die Online-Hilfen der verwendeten Programme bei Fragen beiziehen.
B. Wie unterstütze ich die Partnerarbeit optimal durch den Computer?
Nur wenige Arbeiten am Computer müssen ausschliesslich von einer Schülerin oder einem Schüler allein erledigt werden (etwa Übungssoftware benützen). Die meisten Arbeiten lassen sich zu zweit erledigen, und die Praxis zeigt, dass Schülerinnen und Schüler es auch vorziehen, zu zweit am Computer zu arbeiten. Wichtig ist dabei, dass Maus und Tastatur abwechslungsweise bedient werden, dass also niemand das Gerät "monopolisiert" (etwa indem Sie klare Regeln vorgeben und nach einer bestimmten Zeit wechseln lassen).
Die Partnerarbeit erlaubt es, auch explizit Rollen zu verteilen. Ein Kind übernimmt die Lehrer-, Experten- oder Tutorenrolle, das andere Kind die Schülerrolle. Auf diese Art kann spezielles Wissen weitergegeben werden: es werden Abläufe erklärt, Lösungen vorgezeigt, Wörter abgefragt usw. Diese Art der Partnerarbeit eignet sich dazu, ein Programm oder eine Funktion am Computer zu erklären und dann durch die Schülerinnen und Schüler weitergeben zu lassen.
Der Computer kann auch als neutrale Vermittlungsstelle wirken, die es Schülerinnen und Schülern, die mit der Zusammenarbeit Mühe haben, leichter macht, Aufgaben in Partnerarbeit zu lösen. Sie werden den Computer, der die Regeln vorgibt, nicht als parteiisch oder kleinlich empfinden.
C. Wann eignet sich der Computer für die Kleingruppenarbeit?
Die Arbeit in kleinen Gruppen (bis max. 4 Personen) am Computer eignet sich dann besonders, wenn es darum geht, möglichst viele Ideen, Lösungsvorschläge und kreative Ansätze für ein Problem zu finden. Wichtig ist es, dass innerhalb der Gruppe die Kontrolle über Maus und Tastatur nach einer vereinbarten Regel weitergegeben wird. Zudem sollte die Zusammensetzung der Gruppen variieren, sowohl bezogen auf die Computerkenntnisse als auch auf das Geschlecht.
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