Welchen Einfluss haben Wertewandel und Wertepluralismus?
Werte sind kontextbezogen und deshalb auch immer wandelbar. Die pessimistische Klage der Erwachsenen, die junge Generation hätte keine Werte mehr, ist schon 2000 Jahre alt. Sie sagt mehr über den Wertewandel aus als über die Jugendlichen. Das Wertesystem der meisten jungen Leute ist heute hedonistisch geprägt und stellt die eigene Person ins Zentrum. Die eigene Freiheit und Unabhängigkeit ist dabei zentral. Dagegen scheinen Werte wie Verbindlichkeit oder gesellschaftliche Solidarität eher sekundär zu sein.
Ethik und daraus begründetes ethisches Handeln ist nicht unabhängig von Kontext, Geschichte und Geisteshaltungen zu betrachten. Der sozio-kulturelle Einfluss prägt die ethischen Positionen. In pluralistischen Gesellschaften wie der Schweiz gibt es nicht mehr einen selbstverständlichen Wertekanon, der für alle verbindlich ist. Aus diesem Grund ist für die Schule eine Ethik zu suchen, die für Menschen verschiedenster Kulturkreise Bedeutung hat. Aus der Tatsache, dass nicht alle Menschen die gleichen Werte pflegen, folgt nicht, dass es keine gemeinsamen Werte geben kann oder soll. Jede Gemeinschaft definiert die Werte, die für sie gültig sind und für ihre Lebenspraxis eine Bedeutung haben.
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